Warum sie so wichtig ist und wie sie gelingen kann.
Unser Alltag ist geprägt von Geschwindigkeit. Wir hetzen von Termin zu Termin, jonglieren Beruf, Familie und Freizeit – und haben dabei oft das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen. Das Handy ist ständig griffbereit, der Kopf selten wirklich ruhig. Dieses dauerhafte „Unter Strom stehen“ belastet unseren gesamten Organismus.
Stress wirkt dabei nicht nur auf die Psyche, sondern auch ganz konkret auf den Körper: Die Muskulatur bleibt angespannt, die Atmung wird flacher, Regenerationsprozesse laufen langsamer. Langfristig kann chronischer Stress Beschwerden verstärken oder sogar begünstigen – von Verspannungen und Rückenschmerzen bis hin zu Erschöpfung und Schlafproblemen.
Gerade wenn du bereits Beschwerden oder Verletzungen im Bereich des Bewegungsapparates hast, ist Entspannung ein wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Denn ein Körper, der dauerhaft angespannt ist, kann schlechter regenerieren. Entspannung hilft, den Muskeltonus zu senken, die Durchblutung zu verbessern und Schmerzen positiv zu beeinflussen.
Warum Entspannen oft gar nicht so leicht ist
Vielleicht kennst du das: Man weiß eigentlich, wie wichtig Entspannung wäre – und trotzdem fällt es schwer. Auch mir geht es so. Obwohl ich Physiotherapeutin bin und täglich über den Körper, Stress und Regeneration spreche, schaffe ich es selbst nicht immer, mich bewusst und achtsam zu entspannen.
Fernsehen oder am Smartphone scrollen fühlt sich zwar nach Abschalten an, ist aber selten echte Erholung. Wirkliche Entspannung bedeutet, bewusst zur Ruhe zu kommen, den eigenen Körper wahrzunehmen und dem Nervensystem zu signalisieren: Du darfst loslassen. Und genau das ist oft ungewohnt – für dich genauso wie für mich.
Ich möchte deshalb ganz ehrlich sagen: Auch wir Physios sind nur Menschen. Wir wissen viel über den Körper, aber wir machen nicht alles perfekt. Auch ich bin gerade dabei, Entspannung Schritt für Schritt in meinen Alltag zu integrieren – und manchmal klappt es besser, manchmal weniger. Und das ist völlig in Ordnung.
Bewährte Entspannungstechniken, die wirklich helfen können
Es gibt viele Möglichkeiten, Körper und Geist zu entspannen. Wichtig ist nicht, alles auszuprobieren, sondern das zu finden, was für dich passt.
Atemübungen
Der Atem ist eines der einfachsten und wirkungsvollsten Werkzeuge zur Entspannung. Schon 1–2 Minuten bewusstes Atmen können das Stresslevel senken. Zum Beispiel: 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen. Ideal für kurze Pausen im Alltag – etwa beim Warten auf den Bus.
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
Dabei werden einzelne Muskelgruppen bewusst angespannt und anschließend wieder gelöst. So lernst du, Spannung wahrzunehmen und loszulassen. Besonders hilfreich bei Verspannungen und chronischen Beschwerden.
Autogenes Training
Durch bestimmte innere Formeln wie „Ich bin ruhig und entspannt“ wird der Körper in einen tiefen Entspannungszustand geführt. Mit regelmäßiger Übung kann diese Methode sehr effektiv sein.
Meditation
Meditation muss nicht kompliziert sein. Schon wenige Minuten stilles Sitzen, bei dem du deinen Atem oder deine Gedanken beobachtest, können beruhigend wirken.
Mikropausen im Alltag
Manchmal braucht es keine extra Übung. Schon kurze bewusste Pausen helfen:
- das Handy in der Tasche lassen
- die Schultern locker fallen lassen
- zwei tiefe Atemzüge nehmen
Diese kleinen Unterbrechungen sind ein wichtiges Signal an dein Nervensystem.
Achtsame Bewegung
Sanfte Bewegung kann ebenfalls entspannen: ein kurzer Spaziergang, leichte Mobilisationsübungen oder Dehnen in Kombination mit ruhiger Atmung.
Wie du Entspannung leichter in deinen Alltag integrieren kannst
Entspannung muss kein zusätzlicher Punkt auf der To-do-Liste sein. Oft hilft es, sie an bestehende Gewohnheiten zu koppeln:
- Verbinde Entspannung mit Routinen, z. B. drei tiefe Atemzüge beim Kaffeetrinken
- Nutze Wartezeiten bewusst, statt sofort zum Handy zu greifen
- Plane kurze Minipausen ein – auch 1–2 Minuten zählen
- Fang klein an: Lieber täglich 2 Minuten als selten lange Einheiten
- Sei geduldig mit dir selbst – Entspannung ist ein Lernprozess
Fazit
Entspannung ist kein Luxus, sondern ein wichtiger Teil deiner Gesundheit. Sie unterstützt Heilungsprozesse, hilft bei Schmerzen und bringt mehr Ruhe in den Alltag. Und sie darf unperfekt sein.
Du musst Entspannung nicht „können“ – du darfst sie üben. Genau wie meine Kolleg:innen und ich. Schritt für Schritt, ohne Druck und mit etwas mehr Nachsicht mit dir selbst.
Und Hand aufs Herz: Manchmal gehören zur Entspannung bei mir auch einfach ein, zwei oder sogar drei gute Katzenvideos dazu 😉 Perfekt muss Entspannung nämlich nicht sein – sie darf sich einfach gut anfühlen.
Lust bekommen, Entspannung bewusst anzugehen?
Wenn du merkst, dass Stress, Anspannung oder Schmerzen dich im Alltag begleiten, musst du damit nicht alleine bleiben. In der Physiotherapie können wir dich dabei unterstützen, wieder mehr Körperwahrnehmung, Beweglichkeit und Entspannung zu finden.
Gemeinsam schauen wir, was dein Körper gerade braucht – sei es durch gezielte physiotherapeutische Behandlung, manuelle Techniken, Atem- oder Entspannungsansätze oder einfache Übungen für zuhause. Ziel ist nicht Perfektion, sondern ein besseres Körpergefühl und mehr Leichtigkeit im Alltag.
Sprich uns gerne an oder vereinbare einen Termin – wir begleiten dich Schritt für Schritt auf deinem Weg zu mehr Entspannung und Wohlbefinden.



